Leicht und unbeschwert leben – Was Loslassen wirklich bringt
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Leicht und unbeschwert leben – Was Loslassen wirklich bringt

Frei, unabhängig und selbstbestimmt... So möchten wir am liebsten durchs Leben gehen. Wir wollen uns keinen äußeren Zwängen beugen und keine emotionalen Einschränkungen auferlegt bekommen. Jede Seele strebt danach, so leicht und unbeschwert wie eine Feder zu sein. Ihr mentaler Gegner bei diesem Vorhaben ist das Sicherheitsbedürfnis, das in uns fast ebenso stark ausgeprägt ist wie der Wunsch nach Freiheit. Typisch für so einen inneren Konflikt ist beispielsweise der Gedanke den ungeliebten Job aufzugeben und es aus Angst vor finanzieller Unsicherheit dann nicht zu tun. Was durch sinnvoll und klug ist (es sei denn man hat einen guten Plan für die berufliche Zukunft im Kopf).

Wenig Sinn dagegen macht es, an Gefühlen, Menschen und auch Dingen festzuhalten, die tatsächlich nur noch eine Einschränkung der Lebensqualität sind und unfrei machen. Warum wir es dennoch tun? Weil das Sicherheitsbedürfnis uns vorgaukelt, sie wären wichtig. Deshalb ist in vielen Ratgebern und Coachings so oft die Rede von „Loslassen“ und „Abschied“, um eine wichtige neue Phase der Zufriedenheit einzuläuten.

Aber das vielzitierte „Loslassen“ macht eben auch Angst. Weil es Verlust bedeutet. Von Gewohntem aber letztendlich auch von Schlechtem. Von Freunden, die keine mehr sind. Von Liebsten, die uns nicht (mehr) lieben. Von falschen Zielen, falschen Hoffnungen und falschen Idealen. Trotzdem ist der Begriff „Verlust“ immer negativ besetzt.

Um Loslassen zu können reicht es also nicht sich selbst zu sagen, dass es gesünder wäre nicht zu trauern oder mit dem Schicksal zu hadern. Und es macht auch keinen Sinn der Seele einfach zu erklären, dass man den falschen Mann jetzt doch nicht mehr lieben möchte. Weil man ja frei und selbstbestimmt zu einer neuen Liebe aufbrechen will. Das wird nicht funktionieren.

Wenn die Seele Angst hat leistet sie der Vernunft Widerstand.

Bevor das mit dem Loslassen klappen kann muss sich die innere Haltung zu einer Situation oder einem Menschen ändern.

Und das gelingt am besten, indem man sich selbst austrickst. Zum Beispiel durch ein Gespräch mit dem eigenen Ego. Oder besser: Einem Frage-Antwort-Spiel. Das Prinzip dahinter ist einfach und Sie kennen es sicherlich: Gedanken, die einmal formuliert sind, haben die Eigenschaft in unendlichen Variationen im Kopf herum zu schwirren. Gedachte Sätze verschwinden nicht einfach im Orbit (es sei denn Sie versuchen sich an etwas zu erinnern, das Sie seit Wochen erledigen wollen. Aber das ist eine andere Geschichte). Sie kommen immer wieder ins Bewusstsein. Tauchen plötzlich auf, verflüchtigen sich wieder, erscheinen in neuen Formulierungen und nerven in den unmöglichsten Situation: Unter der Dusche, im Auto, im Meeting. Und ganz langsam verändern diese Gedanken Ihre Wahrnehmung der Wirklichkeit. Sie erkennen, was für Sie wichtig ist und warum Sie manche Dinge in Ihrem Leben loslassen müssen, um wieder glücklicher zu werden.

Der Trick besteht darin, sich nur Fragen zu stellen die keine direkte Antwort auf Ihre momentane Situation nach sich ziehen müssen. Nehmen wir das Beispiel vom ungeliebten Job. Fragen Sie sich nicht: „Soll ich heute/morgen/diese Woche kündigen?“, sondern: „Was wird mit mir geschehen wenn ich mir keinen neuen Job suche?“ oder: „Wie wird es sich auf mein Privatleben auswirken wenn ich mich weiterhin in der Firma quäle?“ Es geht nicht darum sofort eine Lösung zu finden, sondern eine neue Perspektive zu entdecken und Ihre wahre Einstellung zum Thema zu sehen. Bei Liebeskummer funktioniert es ähnlich. Fragen Sie sich: „Wie wird mein Leben aussehen wenn ich die Trauer über den Verlust nicht loslasse?“ „Welche Chancen werde ich verpassen wenn ich mich weiterhin aus Kummer zurückziehe?“ „Wie wichtig ist es mir in Zukunft eine liebevolle Beziehung zu haben?“ „Kann ich wieder Liebe erfahren wenn ich weiterhin an der Vergangenheit festhalte?“

Was auch immer gerade Ihr Thema ist: Nur Sie kennen die Fragen – und die Antworten darauf.

Geben Sie nicht auf wenn Ihnen am Anfang nicht viel dazu einfällt. Gute Gespräche brauchen Zeit...

Was es bringt Ihre Verlustangst zu überlisten? Sie werden Loslassen können. Sie werden die Blockaden überwinden, die Sie davon abhalten Neues zu erleben. Sie können Trauerphasen abschließen. Sie werden dem Leben wieder vertrauen und Wünsche wahr werden lassen. Sie werden neugierig auf die Zukunft sein. Und Sie  werden sich wieder frei wie eine Feder im Wind durch Ihr eigenes Leben bewegen.

Foto: eAlisa/Shutterstock.com

©LaMagonda, 2015

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