Raus aus der Schneewittchen-Falle!
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Raus aus der Schneewittchen-Falle!

Gut gemeinte Gabe oder gefährliches Geschenk? Fünf Situationen, in denen Sie die Bedeutung von kleinen und großen Aufmerksamkeiten hinterfragen dürfen.

Böse Stiefmütter die vergiftete Äpfel verschenken gibt es zum Glück nur im Märchen. In der Realität könnten Sie trotzdem in eine „Schneewittchen-Falle“ tappen. Und zwar dann, wenn Ihnen jemand zusammen mit einem Päckchen eine verborgene Absicht überreicht. Wie Sie die Manipulation hinter gemeinen Geschenken erkennen und in Zukunft vermeiden:

Der „Kolleginnen-Kaffee“

Anfangs ist es nur ein Latte Macchiato, den Ihnen die Kollegin nach der Mittagspause auf den Tisch stellt. Weil Sie doch keine Zeit hatten sich selbst einen zu holen. „Ach, wie nett!“ denken Sie und fühlen sich zu nichts verpflichtet. Auch das zusätzliche Croissant am nächsten Tag finden Sie einfach nur rührend. Aber nach einer Woche der ungebetenen Versorgung mit Koffein und Zucker fangen Sie an sich unwohl zu fühlen. Es ist zu viel des Guten, das wissen Sie. Aber ein „Ach, das ist doch wirklich nicht nötig!“ hilft nun nicht mehr. Ihre Kollegin verfolgt Sie mit Kaffee und Kuchen. Die Absicht dahinter ist klar: Irgendwann wird sie mit einem Anliegen kommen. Vielleicht ist es die Mitarbeit bei einem neuen Projekt, vielleicht will sie Ihre Urlaubstage mit Ihnen tauschen oder vielleicht will sie eine Verbündete im Kampf um einen neuen Posten. Ihre Fürsorge hat ein klares Ziel: Ihnen das Gefühl der moralischen Bringschuld zu geben und Sie als Verbündete zu gewinnen. Wie Sie das vermeiden können? Bleiben Sie der Kollegin nichts schuldig! Stellen Sie Ihr ebenfalls so lange Kaffee und Gebäck auf den Schreibtisch bis sie aufgibt oder mit der Sprache rausrückt.

Das „Es-tut-mir-leid“-Geschenk

Es gibt Menschen, die können sich nicht entschuldigen. Zumindest nicht verbal. Sie bringen selbst die einfachsten Worte des Bedauerns nicht über die Lippen. Sie haben vielleicht ein schlechtes Gewissen, sie fühlen sich mit ihrem Vergehen unwohl und sie spüren tief in ihrem Inneren, dass da etwas falsch gelaufen ist. Aber wenn sie das nun aussprechen würden käme es einem Schuldgeständnis gleich. Und das stimmt nicht mit ihrem Selbstbild übereinstimmt. Diese Menschen glauben sich immer im Recht und wollen auf gar keinen Fall mit den Konsequenzen eines Fehlverhaltens leben. Zum Beispiel, dass Sie nun böse auf sie sind. Oder keinen Kontakt mehr mit ihnen haben wollen und ihnen nicht mehr vertrauen. Also wählen sie den trickreichen Weg eines Geschenks. Meist ein recht wertvolles. Die Absicht dahinter ist, sich vor einer Entschuldigung zu drücken und dennoch wieder beliebt zu sein. Wer ein derartiges Bestechungs-Geschenk annimmt verletzt das eigene Selbstwertgefühl auf Dauer nachhaltig. Denn es würde Sie ständig daran erinnern, dass Sie Materielles über Aufrichtigkeit und Ehre gestellt haben. Um das zu vermeiden hilft leider nur Eines: Die Annahme verweigern. So lange, bis die- oder derjenige eine Entschuldigung ausgesprochen hat.

Die „Verführungs“- Gabe

Ein Ring, ein Armband oder ein Aufenthalt im Day-Spa: Wenn Ihnen ein Mann Schmuck oder Luxus-Zeit schenkt ist seine Absicht klar. Er will Sie erobern. Das muss nicht schlecht sein, Sie sollten nur wissen worauf Sie sich einlassen wenn Sie sein Angebot annehmen.

Das „Wenn-Dann-Paket“

Dieses Geschenk dient nur einem Zweck: Eine Kettenreaktion auszulösen. Angenommen Ihr Liebster ist begeisterter Meeresforscher, Sie dagegen finden Unterwasserwelten eher langweilig. Bisher konnten Sie sich auch erfolgreich gegen jeden Tauchurlaub wehren. Falls Sie jedoch den schicken Neoprenanzug und den Gutschein für einen Tauchlehrgang annehmen ist jeder Widerstand in Zukunft zwecklos. Überlegen Sie also gut, ob Sie ein „Wenn-Dann-Paket“ behalten oder zurück senden möchten.

Das abfällige Almosen

Das bitterste aller Geschenke. In etwa vergleichbar mit einem Fliegenpilz in der Suppe. Es vergiftet alles, was jemals an guten Gefühlen zwischen Ihnen und dem Schenkenden war. (Übrigens nicht zu Verwechseln mit der gern gegebenen und guten Spende oder dem Teilen!) Wenn Sie ein Geschenk bekommen das mit dem Zusatz: „Kannst Du haben.“ oder „Passt besser zu Dir.“ daherkommt: Finger weg ! Ungeöffnet mit dem Satz: „Muss nicht sein.“ zurückgeben. Denn die Absicht hinter dem Almosen ist, Sie klein zu machen und das Ego des Schenkenden dadurch aufzurichten. Das muss nun wirklich  nicht sein.

 

Fotos: Nicoleta Ionescu/Shuterstock.com (1), Anneka/Shutterstock.com (2)

©LaMagonda, 2015

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