Die Zeichen-Sprache der Seele
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Die Zeichen-Sprache der Seele

Jede Buddha-Darstellung zeigt es und jeder Yoga-Schüler macht es: Das Anordnen der Hände und Finger zu einer symbolischen Geste, genannt „Mudra“. Wir nehmen es als beschwichtigende, fürsorgliche oder versunkene Haltung wahr oder halten es schlicht für Finger-Gymnastik. Dabei steckt hinter der Symbolik eine tiefe Bedeutung.

Was ist ein Mudra?

Das Wort stammt aus dem Sanskrit und meint „das, was Freude gibt“. Die symbolischen Handstellungen sind fest im Alltagsgeschehen der hinduistischen und buddhistischen Kultur verankert. Ein Mudra kann eine einfache Begrüßung sein, wie etwa das „Namaste“, bei der die Handflächen vor der Brust zusammengeführt werden. Es kann aber auch Teil einer Figurenabfolge im indischen Tanz oder einer Yogaübung sein.

Dort dient es zur Intensivierung der Asanas, der yogischen Körperhaltungen. Das Zusammenführen von Zeigefinger und Daumen beispielsweise soll den Energiefluss im Körper positiv beeinflussen. Aber auch ohne yogische Praxis gelten Mudras als Übung für Körper und Geist. Denn unabhängig vom Glauben oder der spirituellen Einstellung erfordert die Ausübung immer die Fokussierung auf eine Sache und Achtsamkeit für den Moment. So betrachtet sind Mudras eine gute Möglichkeit die eigene Konzentration und das „Abschalten“ zu trainieren. Oft dienen sie auch als Einstieg für Meditationen. Das Mudra „Stairway to Heaven“ („Die Treppe des himmlischen Tempels“) auf dem Bild oben symbolisiert in der Lehre der Mudras beispielsweise die Verkettung und Beziehung des Menschen zur Welt, also des Individuums zum Kosmos.

Woher kommen die Mudras?

Alle Mudras haben ihren Ursprung in Religionen und spirituellem Handeln. Der Glaube an die Macht der Symbole ist so alt wie die Menschheit, ebenso wie die Umsetzung dieser Symbole in Zeichen, Bilder und Statuen. In Asien sind auf Darstellungen von hinduistischen Gottheiten und Buddhas immer symbolische Handstellungen zu sehen. Die zum Betrachter hin geöffnete Handfläche wird zum Beispiel als beruhigende und fürsorgliche Geste gedeutet. Und im Schoß liegende Hände mit den Flächen nach oben zeigen geistige Versenkung und Meditation an. Aber auch in der westlichen Tradition sind die Gesten fest verankert. Die Faltung der Hände zum Gebet, das Kreuzzeichen zum Abschluss oder die Segnungsgeste etwa. Sogar das „Daumendrücken“ für den Wunsch zum guten Gelingen ist ein Mudra.

Was bewirken Mudras?

Die Finger-Übungen sollen eine heilende Wirkung auf körperliche und seelische Beschwerden haben, verursacht durch einen bewusst gelenkten Energiefluss im Körper. Wissenschaftlich erwiesen ist das zwar nicht, aber wer seinen Händen keine anatomisch fragwürdigen Verrenkungen zumutet, kann sicherlich auch keinen Schaden anrichten. Immer häufiger sieht man daher Menschen, die im Alltag „heimlich“ ein paar Übungen machen. Wundern Sie sich also nicht, wenn Ihnen im Bus oder in einem Wartezimmer jemand gegenüber sitzt der mit seinen Händen und Fingern Symbole formt.

Wer Interesse daran hat sich mehr mit Mudras und ihrer positiven Wirkung auf Körper und Seele zu beschäftigen findet die besten Ansprechpartner in Yoga-Centern oder Meditationsschulen. Außerdem gibt es mittlerweile viele Bücher mit ausführlichen Erklärungen und detaillierten Anleitungen für die Mudras.

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Foto: Simfalex/Shutterstock.com

©LaMagonda, 2015

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